
Der März wird im Kreis Herford kein leiser Monat. Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März laden die kommunalen Gleichstellungsstellen zu einem Programm ein, das informiert, inspiriert und vor allem verbindet. Es geht ums Feiern – und ums Wachrütteln. Um Begegnungen, Gespräche, Perspektiven.
Frauen-Flohmarkt, Lesungen, Vorträge, Saunaabende, gemeinsames Frühstück: Hinter jedem Termin steckt mehr als nur ein Programmpunkt. Es geht um Sichtbarkeit. Um Austausch. Und um die Frage, wie Gleichberechtigung heute eigentlich aussieht.
„Wir wollen die Errungenschaften der Frauenbewegungen feiern und gleichzeitig den Blick nach vorn richten“, sagt Engers Gleichstellungsbeauftragte Lydia Ercan. Denn so viel erreicht wurde – Themen wie der Gender Pay Gap, also die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, sind noch längst nicht Geschichte.
In Enger macht ein Büchertisch auf den Equal Pay Day aufmerksam. Der Tag markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Einkommen ihrer männlichen Kollegen zu kommen. In diesem Jahr fiel er auf den 27. Februar – ein Datum, das nachdenklich stimmt.
Am Samstag, 7. März, wird der Ratssaal zum Treffpunkt: Von 10 bis 12 Uhr lädt die Gleichstellungsstelle zum Frauenfrühstück ein. Netzwerken, ins Gespräch kommen, gemeinsam lachen – und als besonderes Highlight tritt die orientalische Tanzgruppe „Jumanna“ auf. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter 05224 980040 erforderlich.
Ein paar Tage später darf es ruhiger werden. Am 12. und 16. März öffnen sich jeweils ab 17.30 Uhr die Türen zur Frauensauna im Sportpark. Ein geschützter Raum nur für Frauen, zum Durchatmen, Auftanken, Abschalten. Gezahlt wird der reguläre Saunaeintritt – der Rest ist Me-Time.
Historisch wird es am 26. März in der Stadtbücherei Enger. Ab 19 Uhr nimmt Anna Perbandt ihr Publikum mit in die Zeit um 1900. In ihrer Vortragslesung „Frühlingstöchter“ erzählt sie von Frauen, deren Leben vor allem eines sein sollte: standesgemäß verheiratet. Von Träumen, die leise bleiben mussten, von Stimmen, die nicht gehört wurden. Alte Fotografien und historische Texte machen diesen Abend zu einer Reise in eine Vergangenheit, die noch gar nicht so weit weg ist. Der Eintritt kostet 12 Euro, Karten gibt es im Vorverkauf in der Stadtbücherei.
Das vollständige Programm zum Weltfrauentag im Kreis Herford liegt in der Stadtbücherei, im Rathaus, im Haus der Kulturen und in weiteren öffentlichen Einrichtungen aus. Online ist es auf der Homepage der Widukindstadt Enger abrufbar.
Der März zeigt: Gleichstellung ist kein Randthema. Sie ist mitten im Alltag – und manchmal beginnt Veränderung mit einem Frühstück, einem Gespräch oder einem Abend in der Sauna.
