
Im Haus der Kulturen wechseln Stauden, Stecklinge und Gartengeschichten ihre Besitzer
Manche Pflanzen halten sich einfach nicht an Grundstücksgrenzen. Sie wuchern, wandern, vermehren sich und stehen plötzlich dort, wo eigentlich längst Schluss sein sollte. Was im heimischen Beet zu viel geworden ist, könnte allerdings genau das sein, was dem Nachbargarten noch fehlt.
Am Samstag, 10. Oktober, verwandelt sich das Haus der Kulturen in Enger deshalb wieder in eine kleine botanische Tauschzentrale. Von 11 bis 14 Uhr bringen Gartenfreunde zur sechsten Pflanzentauschbörse alles mit, was im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank einen neuen Platz braucht. Organisiert wird die Börse gemeinsam vom Haus der Kulturen und dem Kultur und Verkehrsverein.
Getauscht und verschenkt werden bunt blühende Stauden, Beerensträucher, Stecklinge, Zimmerpflanzen und Samen der vergangenen Sommersaison. Geld spielt dabei keine Rolle. Wer etwas abzugeben hat, bringt es mit. Wer etwas gebrauchen kann, nimmt es mit. Und wer mit leeren Händen kommt, darf trotzdem stöbern. Willkommen sind erfahrene Gartenmenschen ebenso wie alle, die bislang nicht sicher sagen können, ob das Grün im Topf nun Basilikum oder eine besonders selbstbewusste Wildpflanze ist. Gerade am Ende des Sommers zeigt sich schließlich, welche Pflanzen es mit der Vermehrung ein wenig zu ernst genommen haben. Statt sie auf dem Kompost oder in der Biotonne zu entsorgen, können sie bei der Tauschbörse in ein neues Beet umziehen.
Dabei wechseln nicht nur Pflanzen ihre Besitzer. Auch Tipps, Erfahrungen und gelegentlich vermutlich sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie viel Wasser „regelmäßig gießen“ eigentlich bedeutet, machen die Runde. „Wir freuen uns sehr, dass so ein reger Austausch unter den Teilnehmenden herrscht. Über das Kultivieren und Pflegen der Pflanzen kann man wunderbar miteinander ins Klönen kommen“, sagt Engers Integrationskoordinatorin Kordula Schimke.
Für Daniela Dembert, Vorsitzende des Kultur und Verkehrsvereins, ist die Veranstaltung mehr als eine nette Gelegenheit für neue Gartenbewohner. „Der Pflanzentausch ist ein niedrigschwelliger und nachhaltiger Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt“, sagt sie. Denn jede weitergegebene Staude landet nicht im Müll, sondern bekommt an anderer Stelle eine neue Chance.
Damit zwischen Wurzelballen, Samentütchen und Fachgesprächen niemand hungrig bleibt, gibt es Kaffee sowie süße und herzhafte Backwaren gegen eine Spende.
Anmeldungen nimmt das Haus der Kulturen unter Telefon 05224 9109288 oder per E-Mail an k.schimke@enger.deentgegen. Kurzentschlossene dürfen aber auch spontan mit Pflanzen, Samen oder einfach nur mit Neugier vorbeikommen.
