Meine Reise durch Guatemala

Mit dem Rucksack auf der Suche! Alessio Loriga reiste vier Wochen mit dem Rucksack durch Guatemala, um für sein Restaurant “WIDUfood” die besten Streetfood-Gerichte zu suchen.

Wenn du die besten Gerichte für dein Restaurant suchst, findest du sie nicht in Rezeptbüchern. Du findest sie auf Märkten, in kleinen Garküchen, bei Menschen, die ihr Essen nicht nur kochen, sondern es leben. Genau deshalb bin ich nach Guatemala geflogen – mit einem Rucksack, einem leeren Notizbuch und einem unersättlichen Hunger auf neue Ideen. Wenn du Essen wirklich verstehen willst, musst du dorthin, wo es herkommt. Also habe ich meinen Koffer gepackt und bin alleine für vier Wochen nach Guatemala geflogen. Ohne festes Programm, nur mit einem Ziel: schmecken, lernen, erleben.

Meine Reise begann in El Paredón, einer kleinen Surferhochburg am Pazifik. Hier läuft das Leben entspannt ab, zwischen schwarzen Vulkanstränden und Wellengeräuschen. Am Straßenrand brutzelten Fisch-Tacos auf kleinen Grills, dazu gab es eiskaltes Bier.

Mit Minibussen ging es weiter ins Landesinnere, durch Dschungel und Sumpfgebiete. Flora und Fauna waren einfach atemberaubend. Das Essen war hier bodenständig: viel Bohnen, viel Mais, dazu frittierte Kochbananen. Überall kleine Stände, an denen Frauen mit unglaublicher Geschwindigkeit Tortillas pressten und auf heißen Platten backten.

Im Norden haben mich die Maya-Pyramiden von Tikal fasziniert – sie gehören zum Weltkulturerbe.

Dann kam Antigua – für mich der kulinarische Höhepunkt der Reise. Die Stadt ist ein Traum aus kolonialer Architektur, gepflasterten Straßen und einer Atmosphäre, die sich kaum beschreiben lässt. Hier haben wir richtig gut gegessen.

Mein Highlight: Tostadas – knusprige Mais-Tortillas mit Rote Bete und Guacamole. Die Guatemalteken haben ein Händchen für Salsas – frisch, würzig, aber oft milder als erwartet. Viel Käse, viel Bohnen, viel Geschmack. Ich konnte Einheimischen auf die Finger schauen, sehen, wie sie mit wenigen Zutaten unglaublich leckere Aromen zusammenbrachten.

Doch die Realität ist hier auch: Armut und Schrotflinten. Die vielen bewaffneten Männer haben mich teilweise erschrocken. Sicherheit ist hier einfach keine Selbstverständlichkeit.

Diese Reise hat mich geerdet

Was mich beeindruckt hat? Der Fleiß der Menschen. Frauen, die riesige Körbe voller Obst auf dem Kopf balancieren, Kinder, die Wasserkanister durch die Straßen tragen. Und die Dankbarkeit. Jede Familie hat einen kleinen Essensstand vor der Tür, um ein paar Quetzales zu verdienen. Aber keiner klagt. Die Menschen lachen, teilen und leben. Davon können wir uns in Deutschland ruhig mal etwas abschneiden. Guatemala hat mich geerdet. Ab jetzt werde ich jeden Februar ein anderes Land bereisen, um von den Einheimischen zu lernen.

Euer Alessio

Fotos: Alessio Loriga