Eine Stadt feiert ihre Feuerwehr.

Für viele ist es ganz selbstverständlich: Ein Anruf in der Not und wenig später ist die Feuerwehr zur Hilfe vor Ort. Doch was im Ernstfall so reibungslos funktioniert, ist das Ergebnis unermüdlichen Engagements. Hinter den schnellen Einsätzen stehen Ehrenamtliche, die mitten in der Nacht aufstehen, ihr Familienessen unterbrechen oder von der Arbeit eilen, um Leben zu retten.
Sie verzichten auf Schlaf, riskieren ihre eigene Sicherheit und tragen große Verantwortung – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Ihr Antrieb? Der Wille zu helfen, wenn andere in Not sind.
Vom Eimer zu Hightech – die Entwicklung der Feuerwehr
Enger vor 150 Jahren: enge Gassen, viele Häuser noch mit Strohdächern gedeckt – und wenn irgendwo ein Feuer ausbrach, war das eine Katastrophe. Löschen? Gar nicht so einfach. Eine organisierte Feuerwehr gab es nicht, nur Nachbarn mit Eimern und jeder Menge gutem Willen.
Schon 1747 hatte ein verheerender Brand die Stadt heimgesucht, eine Kirchenglocke verbrannte, ganze Häuserzeilen gingen in Flammen auf – so auch das Bauernhaus des Sattelmeyers Nordmeyer. Und doch dauerte es noch über hundert Jahre, bis eine schlagkräftige Feuerwehr entstand.
1870 rief der Turnverein Concordia (TVC) eine Turnerfeuerwehr ins Leben. Doch Geld gab es keines. Jeder kaufte seine Uniform selbst und als auch die Stadt keine Mittel für Ausrüstung bereitstellte, zerfiel die Truppe bald wieder. Fünf Jahre später, am 20. November 1875, wurde schließlich die Freiwillige Feuerwehr Enger offiziell gegründet. Heute kaum noch vorstellbar: Die ersten Einsätze wurden mit Ledereimern und zwei Handspritzen bestritten. Der erste Löschzugführer: Forenz Nordmeyer.

Heute stehen moderne Fahrzeuge, Atemschutzgeräte und digitale Kommunikationsmittel zur Verfügung. Über die Jahrzehnte hinweg hat die Löschgruppe Enger gezeigt, dass sie nicht nur bei Bränden, sondern auch bei Hochwasser, Unfällen und Sturmschäden verlässlich zur Stelle ist.
Bei der Kinderfeuerwehr “die Blaulichtblitze” und der Jugendfeuerwehr wird viel Wert auf die Nachwuchsförderung gelegt. Aber auch über Zuwachs durch Quereinsteiger freut sich die Einheit. Damit es weiterhin heißen kann: Retten, Löschen, Bergen, Schützen.
Fakten über Engers Feuerwehr
Gründung und Struktur:
Seit ihrer Gründung im Jahr 1875 ist die Feuerwehr Enger eine rein ehren-amtliche Organisation. Sie besteht aus fünf Einsatzabteilungen: Dreyen, Enger-Mitte, Enger-Nord, Oldinghausen-Pödinghausen und Westerenger.
Einsatzaufkommen:
Jährlich bewältigt der Löschzug Enger-Mitte etwa 120 Einsätze, darunter ca. 20 Brände, Verkehrsunfälle, Unwettereinsätze sowie Rettungen von Menschen und Tieren in Notlagen.
Mitgliederzahl LZ Enger-Mitte 2025:
42 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau,
11 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr
Leiter der Feuerwehr: Jean Marc Orth
Von Jana Göb