Enger ruft zu nuklearer Abrüstung auf: Flaggentag der Mayors for Peace

Foto: Stadt Enger

Vor dem Engeraner Rathaus weht auch in diesem Jahr wieder die Flagge der Mayors for Peace, einem Bündnis, das sich für Frieden und für die atomare Abrüstung einsetzt. 8.579 Städte in 166 Ländern gehören dem internationalen Netzwerk an, die Widukindstadt Enger ist eine davon.

Anlässlich des Jahrestages des Rechtsgutachtens vom 8. Juli 1996, in dem der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag festgestellt hat, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen, wird alljährlich zur Mahn-Beflaggung aufgerufen. Damit wird der durch den IGH vor 30 Jahren ebenfalls formulierten völkerrechtlichen Pflicht Nachdruck verliehen, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen“.

Die Widukindstadt beteiligt sich schon seit vielen Jahren am weltweiten Flaggentag. Dieses Zeichen der Solidarität, des Gedenkens und des Mahnens sei „abermals immens wichtig“ geworden, so Bürgermeister Stefan Böske. Gegenwärtig spielten Atomwaffen wieder eine stärkere Rolle in der internationalen Sicherheitspolitik und das nukleare Abrüstungsregime scheine geschwächt.

Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI bedrohten noch immer mehr als 12.000 Atomsprengköpfe die Existenz der Menschheit.

„Es darf keine neue Spirale atomarer Aufrüstung geben! Die Risiken von Atomwaffen und das Leid, das sie verursachen, sind in keinster Weise regulier- oder eindämmbar“, so Böske. Als Mitglied im weltweiten Bündnis der Mayors for Peace mache auch er sich für die atomare Abrüstung stark.

„Am Flaggentag“, so Engers Stadtoberhaupt weiter, „fühlen wir uns dem Vermächtnis der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – den Hibakusha – in besonderer Weise verpflichtet. Niemand sollte jemals wieder ein solches Schicksal erleiden müssen.“