Gewinnspiel: Der Kontrabass – ein scheußliches Instrument

Ein Mann sitzt allein in seinem Zimmer. Neben ihm: ein Kontrabass, fast so groß wie er selbst. Klingt erstmal unspektakulär – wird aber ziemlich schnell zu einem Abend, der näher geht, als man erwartet.

In Patrick Süskinds Stück „Der Kontrabass“ spricht ein Orchestermusiker über sein Leben. Über seinen Job, der von außen vielleicht glamourös wirkt, sich für ihn aber oft nach Routine anfühlt. Immer die gleichen Abläufe, die gleichen Stücke, der feste Platz im Orchester – und trotzdem das Gefühl, irgendwie festzustecken.

Sein Instrument wird dabei zum Symbol für genau dieses Gefühl. Zu groß, zu sperrig, immer im Weg. Und gleichzeitig etwas, das er nicht loslassen kann. Zwischen ironischen Kommentaren und ehrlichen Momenten wird schnell klar: Hier redet jemand nicht nur über Musik, sondern über sich selbst.

Besonders dann, wenn es um seine Schwärmerei für eine Sopranistin geht, bekommt der Monolog eine andere Tiefe. Aus Witzen wird Ernst, aus Selbstironie wird Unsicherheit. Man merkt: Hinter der Fassade steckt mehr, als er sich vielleicht selbst eingestehen will.

Gespielt wird das Ganze von Gerhard Christ, der selbst jahrzehntelang Kontrabassist war. Genau das macht den Unterschied. Es wirkt nicht wie eine Rolle, sondern eher wie jemand, der weiß, wovon er spricht. Keine große Show, kein künstliches Drama – sondern ein ruhiger, direkter Zugang zur Figur.

Die Inszenierung verzichtet bewusst auf viel Drumherum. Kein großes Bühnenbild, keine Effekte. Stattdessen steht der Text im Mittelpunkt. Das macht den Abend überraschend intensiv, weil man sich auf das konzentriert, was gesagt wird – und auf das, was zwischen den Zeilen mitschwingt.

Zu sehen ist „Der Kontrabass“ am 8. und 15. Mai im Widukind Museum Enger. Los geht’s um 20 Uhr. Tickets kosten 24 Euro, ermäßigt 12 Euro. Ein Begrüßungsdrink und ein kleiner Imbiss danach sind inklusive. Auf Instagram verlosen wir 2x einen Karte und das passende Buch dazu.

Kein lauter Theaterabend, kein Spektakel. Eher einer, bei dem man sich zwischendurch dabei ertappt, zu denken: Okay, das kommt mir gerade irgendwie bekannt vor.