
Seit über dreißig Jahren kümmern sich die Alttraktorenfreunde darum, dass der erste Mai nicht einfach nur ein Datum bleibt. Sondern ein Gefühl wird. Eines, das nach frischem Apfelkuchen riecht, nach Gitarrenklängen klingt und ein bisschen nach Frühling schmeckt.
Bevor der Maibaum überhaupt im Dreyener Eck ankommt, hat er schon eine kleine Reise hinter sich und ziemlich viel Handarbeit. Der Kranz wird nicht einfach aus dem Lager geholt. Er wird vorbereitet, geprüft, manchmal auch liebevoll repariert. Die Bänder in den Farben Nordrhein-Westfalens? Extra genäht. Die Holzstreifen? Sorgfältig zugesägt und eingenäht, damit später nichts schief hängt. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Damit alles bei Wind und Wetter auch gerade hängt“, sagt der erste Vorsitzende Lars Henrik Brinkmann. In diesem Jahr musste der Kranz nicht komplett neu entstehen, sondern bekam nur ein kleines Update.
Am 1. Mai wird dann alles verladen und rüber ins Dreyener Eck gebracht. Und dort passiert das, worauf alle warten. Um 11 Uhr wird der Baum aufgestellt. Wenn „Der Mai ist gekommen“ angestimmt wird und sich die Stimmen mischen, wenn irgendwo eine Gitarre einsetzt und plötzlich alle ein bisschen langsamer werden, dann ist der fünfte Monat des Jahres wirklich gekommen.
Und dann wäre da noch dieses Detail, das man so schnell nicht vergisst: das dunkle Bier aus dem Jauchefass. Ja, wirklich. Ein altes Fass, umgebaut zur Zapfanlage. Klingt erstmal nach Dorfhumor – ist aber längst Kult. „Das gibt’s nur bei den Alttraktorenfreunden“, sagt Hartmut Vogt. Und vermutlich stimmt das auch.
Was diesen Tag besonders macht, ist nicht das Programm. Es ist die Einladung der Alttraktorenfreunde. Denn die gilt nicht nur für Dreyen. Sondern für alle, die Lust haben, den Mai nicht alleine zu begrüßen. Die ihr Fahrrad schnappen, einen Spaziergang machen und irgendwo zwischen Apfelkuchen und Maibaum merken: Genau so fühlt sich der Mai an.
