
Ein geplanter Lehrerwechsel mitten im laufenden Schuljahr sorgt an der Grundschule Oldinghausen/Pödinghausen für Unruhe. Eltern der Klasse 1a haben eine Petition gestartet, um den Verbleib ihrer Klassenlehrerin, Frau Nolting, zu erreichen. Hintergrund ist ein auslaufender befristeter Arbeitsvertrag, der nach Angaben aus der Elternschaft nicht verlängert wird. Die Lehrerin soll die Schule zum 13. April verlassen.
Nach Darstellung der Eltern kam die Information überraschend und kurzfristig. „Frau Nolting selbst hat erst wenige Tage zuvor davon erfahren, die Elternschaft erst im Anschluss“, heißt es aus dem Kreis der Initiatoren. Die Elternvertretung habe sich bereits schriftlich an das zuständige Schulamt sowie an den Landrat gewandt.
„Gerade jetzt braucht es Kontinuität“
In der Petition argumentieren die Eltern vor allem mit der besonderen Bedeutung stabiler Bezugspersonen in der Schuleingangsphase. „Gerade in der ersten Klasse sind Verlässlichkeit und Kontinuität von zentraler Bedeutung“, schreiben sie. Ein Wechsel könne „erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die schulische Entwicklung“ der Kinder haben.
Mehrere Eltern berichten, dass sich die Klasse erst kürzlich stabilisiert habe. „Unsere Kinder haben Vertrauen aufgebaut, sie fühlen sich sicher und genau das soll jetzt wegfallen“, sagt eine Mutter aus der 1a. Ein anderer Vater formuliert es deutlicher: „Es geht hier nicht nur um eine Stelle, sondern um eine gewachsene Beziehung.“
Auch über die erste Klasse hinaus könnte der Weggang Folgen haben. Nach Angaben der Eltern unterrichtet Nolting zusätzlich Mathematik in einer vierten Klasse. „Gerade mit Blick auf den Übergang zu den weiterführenden Schulen ist das kein unwichtiges Fach“, heißt es in der Petition.
Rechtliche Rahmenbedingungen versus pädagogische Perspektive
Gleichzeitig ist bekannt, dass Schulen bei Personalentscheidungen an rechtliche und organisatorische Vorgaben gebunden sind. Befristete Verträge gehören zum System, insbesondere im Vertretungsbereich. „Es wurden viele Gespräche geführt und wir haben getan was uns möglich war“, berichtet Schulleiterin Martina Küper.
Genau hier setzt die Kritik der Eltern an. „Uns ist bewusst, dass Entscheidungen auf administrativen Grundlagen beruhen“, heißt es in der Petition. „Dennoch sollte das emotionale und akademische Wohl der Kinder Priorität haben.“ Die Petition versteht sich deshalb als Appell an die Verantwortlichen in der Bezirksregierung Detmold, die Entscheidung erneut zu prüfen. Ziel sei es, „eine für die Kinder tragfähige Lösung“ zu finden.
Breite Mobilisierung im Umfeld der Schule
Unterstützung erfährt die Initiative derzeit vor allem über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Die Petition wird aktiv über WhatsApp-Gruppen verbreitet, Eltern rufen zur Weiterleitung auf. „Bitte teilt es – überall“, heißt es in einem der Aufrufe.
