
Am Montagmorgen schien das Königsschießen noch auf der Kippe zu stehen. Beim traditionellen Schützenfrühstück hatte sich zunächst kein freiwilliger Anwärter für den Thron gemeldet. Im Festzelt wurde gerätselt, diskutiert und gehofft. Nur wenige Stunden später war die Überraschung perfekt: Ute Fleer ist die neue Schützenkönigin der Schützengesellschaft von 1889 Enger – und schreibt damit gleich mehrfach Vereinsgeschichte.
Gemeinsam mit ihrem Mann Axel Fleer übernimmt die 72-Jährige die Regentschaft. Dass sie die Königswürde noch einmal tragen würde, hatte sie selbst nicht erwartet. „Unverhofft kommt oft“, sagte sie nach ihrer Proklamation lachend. Auf die Frage, ob ihr Mann mitziehen würde, habe dieser nur geantwortet: „Na selbstverständlich.“
Mit ihrer Regentschaft schließt sich für Ute Fleer ein besonderer Kreis. Vor über 50 Jahren trat sie als erste Frau überhaupt in die Schützengesellschaft von 1889 Enger ein. Bereits 1995/96 regierte sie an der Seite von Herbert Neumann als gewählte Schützenkönigin – nun steht sie zum zweiten Mal an der Spitze des Vereins.
Und damit nicht genug: Auch der neue Hofstaat sorgt für eine Premiere. Erstmals in der Vereinsgeschichte bilden mit Arndt Höpker und Matthias Johannmeier zwei Männer gemeinsam das dritte Thronpaar. Zum Hofstaat zählen die Thronpaare Sabine und Andreas Grothaus, sowie Susanne und Peter Darm. Angela Neumann und Frank Schlüter übernehmen die Aufgabe des Adjutantenpaares.
Am Samstagabend herrschte beim Festball mit der Band „Soundart“ beste Stimmung im voll besetzten Festzelt. Der Sonntag zeigte sich zwar wettertechnisch wechselhaft, doch weder kurze Regenschauer noch dunkle Wolken hielten die Besucher ab. Zahlreiche Menschen begleiteten den Festmarsch durch die Widukindstadt und füllten anschließend den Festplatz am Freizeitweg, wo Kinderfest, Bürgerpokalschießen, Kaffee und Kuchen sowie der Große Zapfenstreich auf dem Programm standen.
Auch zahlreiche Ehrungen prägten wieder das Wochenende. Den vereinsinternen Orden „Für Verdienste“ erhielten Annette Uppenbrock und Matthias Schmidt, mit dem Orden „Dank und Anerkennung“ wurde Thomas Schröder ausgezeichnet.
Der langjährige Spielmann und Ehrenrat Klaus Stratmann wurde mit der Goldenen Vereinsnadel mit Brillanten ausgezeichnet. 23 Jahre gehörte er dem Vorstand an, 40 Jahre spielte er beim Großen Zapfenstreich die Trommel.

Auch sportlich gab es starke Leistungen. Beim Wilhelm-Schröder-Pokal gewann Stefan Rüsing die Luftgewehrwertung denkbar knapp vor Britta Wemhöner. Beide erzielten 101,1 Ringe, entschieden wurde erst über den besseren letzten Schuss. Im Kleinkaliber setzte sich Domingo Pablo durch. Den vom Ehrenrat gestifteten Wanderpokal für die Kombination beider Disziplinen sicherte sich Magdalena Rabczuk mit 201,6 Ringen.
Beim Morgenappell am Montag wurden außerdem zahlreiche Schützinnen und Schützen ausgezeichnet und befördert. Die Verdienstnadel des Westfälischen Schützenbundes erhielten Tabea Ernet, Heike Höpker und Dennis Stemme, die Ehrennadel ging an Herbert Ruwe, Dieter Kusz und Sabine Pablo. Zu Oberleutnanten wurden Domingo Pablo und Lars Bäunker befördert, Silvio Schlepp trägt künftig den Dienstgrad Feldwebel.
