Siebzig Jahre SPD. Das ist keine Zahl, das ist ein Leben.

Foto hinten v.l.: Annette Karczewski, Sarah Karczewski, Stefan Schwartze, Thomas Meyer
vorne: Rudolf Stuckenholz (Foto: SPD Enger)

Als der SPD-Ortsverein Enger jetzt Rudolf Stuckenholz für seine 70-jährige Parteimitgliedschaft ehrte, ging es deshalb um weit mehr als eine Urkunde. Es ging um ein Stück Engeraner Geschichte.

Ein Blick in sein Parteibuch wirkt wie eine Zeitreise durch die Bundesrepublik. Eingetreten in einer jungen Nachkriegsdemokratie, hat Stuckenholz miterlebt, wie sich Partei und Land verändert haben. Bis zur Eingemeindung Ende der 1960er-Jahre saß er selbst im Rat der Stadt Enger und gestaltete Kommunalpolitik aktiv mit. Entscheidungen wurden damals noch ohne E-Mail-Verteiler und Social Media getroffen – dafür mit langen Sitzungen, klaren Standpunkten und viel persönlichem Einsatz.

Zu den Erinnerungen, die er an diesem Nachmittag teilte, gehört auch eine Begegnung mit Willy Brandt. Als der frühere Bundeskanzler Enger besuchte, war Stuckenholz mittendrin statt nur dabei. Solche Momente bleiben.

Auch nach seiner Zeit im Rat blieb er politisch wach. Er verfolgte Debatten, Entwicklungen, Wahlkämpfe – interessiert, kritisch, verbunden. Gemeinsam mit seiner Tochter erzählte er nun aus sieben Jahrzehnten Parteigeschichte. Aus Geschichten wurden Bilder, aus Jahreszahlen wurden Erlebnisse. Und plötzlich war spürbar, wie sehr sich nicht nur die SPD, sondern auch Enger selbst gewandelt hat.

Die Ehrung nahmen der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze und die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Enger, Sarah Karczewski, vor. Auch der ehemalige Bürgermeister Thomas Meyer war gekommen und erinnerte sich an gemeinsame Jahre und Wegstrecken.