
Wie bleibt eine Innenstadt lebendig, wenn Straßen und Plätze zur Baustelle werden? In Enger wollen Stadt und Geschäftsleute darauf gemeinsam Antworten finden. Ein neuer Arbeitskreis hat seine Arbeit aufgenommen.
Ein Geschenk aussuchen, zum Friseur gehen, ein Rezept einlösen und unterwegs noch jemanden treffen: Innenstadt ist das, was wir dort machen. Doch wenn gebaut wird, braucht selbst der vertraute Weg manchmal eine neue Route. Für die Geschäfte geht es dabei um mehr als einen Umweg. Es geht darum, dass Menschen weiterhin kommen.
Genau hier setzt der neue Arbeitskreis Baustellenmanagement und Innenstadtmarketing an. Die Stadt Enger und die Kaufleute wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die Innenstadt während der Bauphase erreichbar, sichtbar und lebendig bleibt. Und sie wollen weiterdenken: Welche Geschäfte, Angebote und Ideen braucht Enger in Zukunft?
„Mit dem Arbeitskreis wollen wir die Zukunft der Innenstadt gemeinsam gestalten und diese auch während der Bauphase lebendig halten“, erklären Jens Kosmiky von der Sonnen-Apotheke und Peter Wüstenbecker von Wüstenbecker Hair & Beauty.
Zunächst geht es um die Herausforderungen direkt vor der Ladentür. Wie erfahren Kunden, welche Wege sie nehmen können? Wie lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und schnell lösen? Und welche gemeinsamen Aktionen können Menschen trotz Baustelle in die Innenstadt bringen? Händler, Gastronomen und Dienstleistende sollen ihre Erfahrungen einbringen und die Kommunikation sowie mögliche Aktionen mitgestalten.
Der Arbeitskreis soll dafür unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.
Zu den ersten Schwerpunkten gehört eine bessere Baustellenkommunikation. Denn die Arbeiten verlangen den Anliegern und ihren Kunden einiges ab – das räumt auch Marko Ellerbrock von der Stadt Enger ein. Zugleich seien die Erneuerung der insgesamt maroden Leitungsinfrastruktur und die Neugestaltung der Straßen und Plätze für die Zukunft der Innenstadt unbedingt erforderlich.
Der Arbeitskreis soll helfen, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Dazu gehört auch, Schwierigkeiten einzelner Betriebe möglichst früh zu erkennen und Lösungen zu suchen, bevor eine Geschäftsaufgabe droht. Unter dem Blickwinkel „Innenstadt Enger 2035“ wollen die Beteiligten außerdem eine gezielte Ansiedlungsstrategie entwickeln: Welche neuen Nutzungen passen nach Enger, und wie lassen sie sich gewinnen?
In der ersten Sitzung wurden Ideen gesammelt und Arbeitsschwerpunkte festgelegt. Konkrete Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten entstehen und dann schrittweise umgesetzt werden. Der Arbeitskreis versteht sich als offenes Netzwerk; weitere Interessierte sind eingeladen, sich einzubringen.
