Lasst uns ein Lichtermeer werden!

Foto: Jana Göb

Manchmal reicht ein Platz voller Menschen – und ein paar hundert Lichter.

Am Samstag, 7. März, soll genau dieses Bild wieder auf dem Blücherplatz in Spenge entstehen. Um 19 Uhr ruft das Bündnis „Spenge steht auf“ erneut zum sogenannten Lichtermeer auf – einer Versammlung für Demokratie, Toleranz und ein respektvolles Miteinander.

Die Idee ist nicht neu, aber sie hat in Spenge bereits Geschichte geschrieben. Vor zwei Jahren versammelten sich dort rund 300 Menschen. Anlass war damals ein bundesweit diskutiertes Treffen mit AfD-Beteiligung, bei dem über Pläne zur massenhaften Ausweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen worden sein soll. Viele Menschen fühlten sich davon alarmiert – auch in Spenge. Das erste Lichtermeer entstand als spontane Reaktion: ein stiller, sichtbarer Protest gegen Ausgrenzung und für demokratische Werte.

Seitdem ist aus der einmaligen Aktion ein Netzwerk geworden. Das Bündnis „Spenge steht auf“ hat in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Veranstaltungen organisiert und Unterstützer gewonnen. Mittlerweile tragen zahlreiche Initiativen und Einrichtungen die Aktion mit – darunter Kirchen, soziale Organisationen, Vereine, die Stadt Spenge sowie Vertreterinnen und Vertreter aller Ratsparteien.

Auch in diesem Jahr soll der Abend wieder mehrere Stimmen zusammenbringen. Angekündigt sind Beiträge von Spenge Bürgermeister Bernd Dumcke, Vertreterinnen und Vertretern der Charlottenburg, des Widukind-Gymnasiums Enger, des Bündnisses selbst sowie des Engeraner Manifests. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von der Band „Von Weiden“.

Foto: Jana Göb

Wer kommt, darf gern selbst ein kleines Licht mitbringen – eine Laterne, eine Taschenlampe, sein Handylicht oder eine Kerze. Denn genau daraus entsteht am Ende das, was der Veranstaltung ihren Namen gibt: ein Meer aus Lichtern, getragen von vielen einzelnen Menschen.

Und vielleicht ist genau das die Botschaft des Abends. Demokratie lebt nicht nur von großen Entscheidungen in Parlamenten, sondern auch von den kleinen Gesten vor Ort, wenn Menschen zusammenkommen, Haltung zeigen und sichtbar machen, wofür sie stehen.