
Wenn an lauen Sommerabenden auf dem Königin-Mathilde-Platz die Leinwand aufgebaut wird, denken die meisten Besucher an einen gemütlichen Filmabend unter freiem Himmel. Für den Stammtisch Barmeierplatz sind die beliebten Sommernachtskinos jedoch weit mehr als Unterhaltung. Sie sind seit Jahren die Grundlage für ein besonderes Versprechen: Das, was erwirtschaftet wird, soll der Stadtgesellschaft wieder zugutekommen.
Dieses Versprechen ist auf der Maiwiese längst sichtbar geworden. Bereits 2018 finanzierte der Stammtisch dort einen Wasserspielplatz und machte den beliebten Treffpunkt für Familien damit noch attraktiver. Nun folgt der nächste Baustein.
Seit wenigen Tagen sprudelt auf Höhe des Kinderspielplatzes ein neuer Trinkwasserspender. Gerade an heißen Sommertagen, wenn Familien picknicken, Kinder spielen oder Sportler ihre Runden durch den Stadtpark drehen, bietet er eine willkommene Möglichkeit zur kostenlosen Erfrischung.
„Unser Gedanke war immer: Wenn wir Geld erwirtschaften, dann wollen wir es wieder in die Stadtgesellschaft zurückgeben“, sagt Dr. Birgit Nothbaum-Leiding, Vorstandsmitglied des Stammtischs Barmeierplatz.

Doch der Trinkwasserbrunnen ist nur ein Teil eines größeren Projekts. Rund um die Boule-Anlage laufen bereits die Vorbereitungen für weitere Verbesserungen. Dort wird der Bereich neu gestaltet, große Sitzsteine sollen künftig das Spielfeld säumen und Zuschauer zum Verweilen einladen. Zusätzlich werden noch im Juni mehrere große, drehbare Liegen aufgestellt, die allen BesucherInnen kostenlos zur Verfügung stehen.
Warum den Ehrenamtlichen dieses Engagement so wichtig ist, erklärt Nothbaum-Leiding mit einem Blick auf die Menschen, die die Maiwiese täglich nutzen: „Gerade für Familien, die beengter wohnen und vielleicht weder Balkon noch Terrasse haben, ist die Maiwiese ein wichtiger Ort.“ Ein Ort, an dem bis in die Abendstunden Fußball gespielt, gepicknickt und Gemeinschaft gelebt wird.
Insgesamt werden rund 26.000 Euro in die Aufwertung investiert. Die Hälfte der Summe übernimmt der Stammtisch Barmeierplatz aus den Erlösen der Sommernachtskinos, die andere Hälfte stammt aus dem Verfügungsfonds der Städtebauförderung. Diese Mittel werden überwiegend von Bund und Land getragen, einen Anteil übernimmt die Widukindstadt Enger.

Bürgermeister Stefan Böske spricht von einem „Kleinod“, das in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt habe. Tatsächlich ist die Maiwiese längst mehr als nur eine Grünfläche. Sie hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt für Menschen aller Generationen entwickelt.
Und die Ideen gehen den Ehrenamtlichen noch nicht aus. Für die kommenden Jahre stehen bereits weitere Wünsche auf der Liste: Mehrgenerationenspielgeräte und Hängeschaukeln sollen die Maiwiese noch attraktiver machen.
So zeigt sich einmal mehr, dass hinter den Filmabenden auf dem Königin-Mathilde-Platz weit mehr steckt als Popcorn und Leinwand. Jeder verkaufte Snack, jede Eintrittskarte und jeder Sommerabend unter freiem Himmel trägt dazu bei, dass Enger ein Stück lebenswerter wird.

Dass das Konzept auch nach 15 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat, zeigte sich erst am vergangenen Samstag. Zahlreiche Gäste strömten zum Sommernachtskino auf dem Königin-Mathilde-Platz und sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre unter freiem Himmel. Mit Live-Musik von Alessio Loriga, Interviews, dem traditionellen Publikumsquiz und kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern begann der Abend lange vor dem eigentlichen Filmstart. Als mit Einbruch der Dunkelheit die deutsche Komödie „Contra“ über die Leinwand flimmerte, war der Platz bestens gefüllt. Genau solche Abende machen das Sommernachtskino seit Jahren zu einem festen Bestandteil des Engeraner Sommers – und liefern zugleich die finanziellen Mittel für Projekte, die der gesamten Stadt zugutekommen.

