
Die Nachricht traf viele Gemeindemitglieder in Oldinghausen und Pödinghausen spürbar: Das Gemeindehaus in Pödinghausen soll zum Ende des Jahres aufgegeben werden. Die evangelische Kirchengemeinde hatte nach längeren Beratungen beschlossen, das Gebäude abzustoßen – eine Entscheidung, die Teil eines größeren Spar- und Strukturprozesses ist. Für viele Gruppen bedeutet das vor allem eines: Sie verlieren ihren vertrauten Treffpunkt.
Doch mitten in dieser Diskussion ist plötzlich eine Idee aufgetaucht, die für neue Hoffnung sorgt – und sie kommt ausgerechnet von einem Verein, den im Dorf lange kaum jemand auf dem Zettel hatte.
Das Vereinsheim des Jugendheim-Verein e.V. liegt etwas versteckt an der Heimstraße 10, direkt am Waldrand. Ein Haus mit Geschichte: Der Verein hatte es vor Jahrzehnten selbst gebaut. Unten befindet sich ein großer Vereinsraum mit Bestuhlung und Küche, darüber eine vermietete Wohnung. Hinter dem Gebäude liegen zahlreiche geschotterte Parkplätze. Platz wäre also genug da.
Trotzdem war es in den letzten Jahren ruhig geworden um den Verein. „Der Verein ist eigentlich gar nicht wirklich bekannt“, sagt Vorsitzender Julien Darm mit einem kleinen Schulterzucken. Gemeinsam mit drei weiteren Vereinsmitgliedern kümmert er sich um das Haus. Früher war hier deutlich mehr los: Die AWO nutzte die Räume, ebenso der Spielmannszug. Beide Gruppen existieren inzwischen nicht mehr.
Die Konsequenz lag für den Verein eigentlich auf der Hand.
„Wir hatten schon darüber nachgedacht, den Verein zum 31. Dezember 2026 aufzulösen“, erzählt Darm. In diesem Fall würde das Gebäude automatisch an die Stadt Enger übergehen. Doch dann kam die Gemeindeversammlung und mit ihr eine neue Idee.
Als Julien Darm und sein Vater dort von den Plänen rund um das Gemeindehaus in Pödinghausen hörten, begannen sie umzudenken. „Da haben wir gemerkt: Wir haben hier eigentlich genau das, was jetzt gebraucht wird: Raum.“ Die Idee: Das Vereinsheim könnte künftig Gruppen aufnehmen, die durch den Wegfall des Gemeindehauses einen Treffpunkt verlieren.
„Das wäre eine echte Chance für das Dorfleben hier in Oldinghausen“, sagt Darm. Für ihn ist es mehr als nur eine pragmatische Lösung. „Es ist ein letztes Aufbäumen, das Vereinsleben hier im Dorf zu bewahren.“

Ganz ohne Arbeit geht das allerdings nicht. Das Gebäude ist funktional, aber an einigen Stellen in die Jahre gekommen. Darm hat deshalb bereits erste Schritte eingeleitet. „Es müsste etwas gemacht werden“, sagt er und hat kurzerhand einen Maler beauftragt, der den großen Raum wieder frisch herrichten soll.
Parallel laufen Gespräche mit Verantwortlichen aus der Kirchengemeinde. Klar ist: Das Vereinsheim kann nicht jede Funktion eines Gemeindehauses übernehmen. Doch der Platz könnte für vieles ausreichen – vielleicht mit ein wenig Kreativität. „Alles lässt sich hier nicht machen“, sagt Darm offen. „Aber es ist groß genug für vieles.“ Gerade für kirchliche Gruppen könnte das Haus eine ortsnahe Alternative sein und ein Treffpunkt im eigenen Dorf statt längerer Wege in andere Stadtteile.
Und nicht nur sie wären willkommen. „Auch andere Vereine, die einen Ort suchen, können sich gerne melden“, betont Darm.
Das Gebäude wird über eine Elektroheizung betrieben, die laufenden Kosten sollen über einen kleinen Unkostenbeitrag gedeckt werden. Viel mehr ist ausdrücklich nicht geplant. „Wir wollen uns daran nicht bereichern“, sagt der Vorsitzende. „Wir wollen unterstützen.“
Ob aus der Idee tatsächlich eine dauerhafte Lösung für das Dorfleben wird, ist noch offen. Doch in einer Zeit, in der vielerorts Treffpunkte verschwinden, wirkt das Angebot aus der Heimstraße wie ein kleines Signal der Hoffnung und vielleicht wie die Chance, dass Gemeinschaft in Oldinghausen und Pödinghausen doch noch ein Zuhause für das Dorfleben behält.
Anfragen zur Nutzung gerne an jugendheim-verein@gmx.de oder 05224/979248.

