Die Maiwiese wurde wieder zum schönsten Wohnzimmer der Stadt

Fotos: Daniela Dembert

Es gibt Veranstaltungen, bei denen es nicht darum geht, möglichst groß oder spektakulär zu sein. Sondern darum, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Genau das war am Sonntag auf der Engeraner Maiwiese wieder überall zu spüren.

Bei strahlendem Sonnenschein verwandelte sich die Wiese für drei Stunden in ein buntes Freiluft-Wohnzimmer. 17 Gruppen, von Familien über Vereine bis hin zu Parteien, hatten ihre Tische liebevoll dekoriert, Picknickdecken ausgebreitet und Kuchen, Salate, Kaffee und viele selbstgemachte Leckereien mitgebracht. Dazwischen schlenderten Besucher von Tisch zu Tisch, warfen neugierige Blicke auf die Dekorationen und kamen ganz automatisch ins Gespräch. Denn genau darum geht es beim Maiwiesenpicknick.

„Man geht von Tisch zu Tisch, tauscht sich aus und lernt neue Leute kennen. Die schönsten Geschichten entstehen genau hier“, hatte Organisator Uwe Kauscher schon vor der Veranstaltung gesagt und auch in diesem Jahr bewahrheitete sich dieser Satz wieder.

Afghanische Gastfreundschaft gewinnt die Herzen

Die Jury hatte es in diesem Jahr alles andere als leicht. So schwer sogar, dass aus den üblichen drei Platzierungen kurzerhand fünf wurden. Den ersten Platz sicherte sich die Familie Saeedi – nicht nur wegen ihres liebevoll gestalteten Tisches, sondern vor allem wegen einer Geste, die perfekt zum Gedanken des Maiwiesenpicknicks passte.

Statt ihre afghanischen Spezialitäten nur für sich zu genießen, luden sie andere Besucher kurzerhand zum Probieren ein. Es wurde geteilt, erklärt, gelacht und gemeinsam gegessen.

„Das hat uns so geflasht mit ihrem Essen“, sagte Daniela Dembert vom Kulturteam der Stadt. Besonders beeindruckt habe die Jury aber auch die unkomplizierte Art der Familie: „Andere fahren mit dem SUV auf die Maiwiese, laden tonnenweise Deko aus und legen dann los. Sie haben alles in einen Edeka-Einkaufswagen gepackt und den einfach über die Maiwiese geschoben.“

Meeresrauschen mitten in Enger

Gleich zweimal vergab die Jury den zweiten Platz. Die Familie Seele holte mit ihrem Tisch das Meer nach Enger. Zwischen Muscheln, Schwimmflossen, einer Möwe und echtem Meeresrauschen fühlte sich der Picknickplatz eher nach Nordsee als nach Maiwiese an.

Ebenfalls auf Rang zwei landete die Aktionsgruppe Demokratie aus Herford. Dort ging es nicht nur ums Anschauen, sondern ums Mitmachen. Besucher konnten Teller und Geschirr bemalen oder sich auf einer großen Tischdecke verewigen. Die gestalteten Stücke werden anschließend im Marta ausgestellt – und das Maiwiesenpicknick bekommt so sogar ein kleines Nachleben.

„Cool war auch der Katzentisch, der den dritten Platz belegte“, so Daniela Dembert. Hier zierte Katzengras, Katzenbilder und eine selbst angemalte Katzentischdecke die Tafel.

Mehr als Kaffee und Kuchen

Genau diese Mischung machte den Nachmittag aus. Während Kinder über die Wiese tobten, wurden an den Tischen Rezepte ausgetauscht, Dekorationen bestaunt und neue Bekanntschaften geschlossen. Manche hatten ihre Kaffeetafel liebevoll dekoriert, andere setzten auf kreative Mottowelten und überall wurde gelacht.