
In Oldinghausen und Pödinghausen gehört die Feuerwehr zum Dorfleben wie der Sportplatz oder der Chorabend. Wer hier ins Gerätehaus kommt, trifft nicht nur Einsatzkräfte, sondern Nachbarn, Freunde und Menschen, die seit Jahren gemeinsam Verantwortung übernehmen. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Löschgruppe wurde nun ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze hat Maik-Oliver Häusler sein Amt als Einheitsführer abgegeben. Eine Entscheidung, die nicht ohne Dank blieb: 20 Jahre lang hat er die Geschicke der Löschgruppe geprägt. Engers Wehrführer Arndt Höpker würdigte dieses Engagement deutlich und erinnerte daran, dass Häusler sich immer dafür eingesetzt habe, dass die Feuerwehr auch eine prägende Kraft im dörflichen Leben bleibt.
Die Leitung übernimmt nun Brandoberinspektor Heiko Janßen. Für ihn ist es kein Neuanfang, sondern eher ein Schritt nach vorn: Seit 2005 war er bereits stellvertretender Einheitsführer. An seiner Seite steht künftig Nico Stakelbeck als Stellvertreter. Höpker zeigte sich überzeugt vom neuen Duo und gratulierte beiden zur offiziellen Ernennung.
Dass die Löschgruppe zwar klein, aber sehr aktiv ist, zeigte der Blick auf das vergangene Jahr. 28 Einsätze mussten die Feuerwehrleute bewältigen: rund 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders auffällig war dabei die Häufung von Verkehrsunfällen auf den Straßen im Ort: Sechs der letzten zehn Einsätze hatten genau damit zu tun. Die Bandbreite der Einsätze reichte vom Auslösen von Brandmeldeanlagen über Ölspuren und Türöffnungen bis hin zu einem Waldbrand nahe des Pödinghauser Friedhofs im Mai.
20 Aktive gehören derzeit zur Löschgruppe – 16 Männer und vier Frauen. Der Anteil der Feuerwehrkameradinnen liegt damit bei 20 Prozent und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Ein kleines Detail, das zeigt, wie sich auch eine traditionsreiche Institution weiterentwickelt.
Ein besonders emotionaler Moment des Abends war die Verabschiedung von Klaus Weigel. Nach 46 Jahren aktiver Mitgliedschaft wechselt er in die Ehrenabteilung – eine beeindruckende Zeitspanne, in der unzählige Einsätze, Übungen und gemeinsame Stunden zusammengekommen sind.
Auch langjährige Treue wurde gewürdigt: Robin Scheffer wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, Mia Janßen für zehn Jahre und Sven Schloemann für fünf Jahre. In Abwesenheit erhielt auch Robyn Häusler (zehn Jahre) seine Ehrung. Neuer Gerätewart ist Jan Schneider, unterstützt von Daniel Niestradt und Jan Delskamp.
Dass Engagement bei der Feuerwehr nicht nur bei Einsätzen sichtbar wird, zeigte sich wenige Wochen später erneut – diesmal ohne Blaulicht, dafür mit vielen ausgedienten Weihnachtsbäumen.

Bei der traditionellen Tannenbaumaktion sammelten Feuerwehrleute in Pödinghausen die alten Bäume ein, während der Schützenverein diese Aufgabe in Oldinghausen übernahm. Am Ende trafen sich alle Beteiligten am Sportplatz des TuS Grün-Weiß Pödinghausen, wo Kirchengemeinde, Widukind-Chor, Förderverein der Grundschule und Sportverein gemeinsam einen geselligen Nachmittag organisiert hatten.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 2.800 Euro kamen an Spenden zusammen. Nach Abzug der Kosten wurde das Geld an mehrere Einrichtungen im Ort verteilt. Der Kindergarten Oldinghausen, der Förderverein der Grundschule, der Jugendförderverein des TuS GW Pödinghausen, der Widukind-Chor sowie die Löschgruppe selbst erhielten jeweils 500 Euro, die Ferienspiele wurden mit 300 Euro unterstützt. „Die Spendenbereitschaft war wieder sehr hoch“, erklärt Heiko Janßen. „Das ist ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt im Ort.“
