Auf zum Leselausch!

Foto: Stadt Enger

Ein gutes Buch ist wie eine kleine Schatztruhe. Kaum aufgeklappt, funkeln einem darin Abenteuer entgegen, fantastische Wesen huschen über die Seiten und manchmal reicht schon ein einziger Satz, um die Fantasie auf große Reise zu schicken. Genau diesen Moment möchte die Stadtbücherei Enger künftig regelmäßig mit ihren jüngsten Gästen teilen – beim neuen Format „Leselausch“.

Zweimal im Monat wird es nun stiller als sonst in der Kinder-Leseecke, wenn kleine Zuhörende im Alter von drei bis fünf Jahren zusammenkommen, um Geschichten zu lauschen. Jeden zweiten und vierten Mittwoch nehmen Mitarbeitende der Stadtverwaltung oder der Wirtschaftsbetriebe Platz, schlagen ihr ganz persönliches Lieblingsbuch auf und lesen vor. Mal lustig, mal spannend, mal verträumt – aber immer mit Herz.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wichtig. „In erster Linie möchten wir Lust auf das Medium Buch machen und Kindern zeigen, welche Schätze sich zwischen zwei Buchdeckeln verbergen“, sagt Büchereileiterin Laura Wagner. Vorlesen sei schon für die Kleinsten ein entscheidender Baustein für Konzentration und Sprachentwicklung, ganz gleich ob es um Wortschatz, Grammatik oder später auch Rechtschreibung gehe. Zudem, so Wagner, zeigten Studien, dass Lesen Empathie fördere, weil Kinder lernen, sich in andere Figuren und Gefühle hineinzuversetzen.

Als sie darüber nachdachte, die Vorlesestündchen früherer Zeiten wieder aufleben zu lassen, entstand eine weitere Idee fast von selbst. Warum nicht Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus und den Außenstellen einladen, selbst vorzulesen? Die Resonanz war überraschend groß. „Ganz spontan haben sich mehrere gemeldet, die Lust haben, mitzumachen“, erzählt Wagner. Das Rathaus, betont sie, sei kein Elfenbeinturm – und die Mitarbeitenden aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen freuten sich darauf, auch mit den jüngsten Engeranerinnen und Engeranern in Kontakt zu kommen.

Rund eine halbe bis dreiviertel Stunde dauert ein Leselausch, der Eintritt ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung wird empfohlen, spontane Gäste dürfen aber ebenso gern dazukommen. Der Auftakt findet am 11. Februar um 16 Uhr statt – und niemand Geringeres als Engers neuer Bürgermeister Stefan Böske wird dann zum Buch greifen. Welche Geschichte er vorliest, bleibt noch geheim. Sicher ist nur: Es wird gelauscht, gelacht und gestaunt.