
Vom Zollamt zum Wohlfühlort – Enger sucht einen Namen für seinen neuen Platz!
Mitten in Enger, wo einst Zollbeamte Formulare abstempelten und später Musik durch die Fenster klang, liegt ein Platz, der bislang kaum wahrgenommen wurde. Zuwuchert, versteckt und wenig einladend – so beschreiben ihn viele. Doch das soll sich nun ändern. Als Teil der Neugestaltung der Renteistraße wird das Grünareal neben dem historischen Backsteinbau aufgewertet: ein „Pocketpark“ soll entstehen – klein, aber mit großem Potenzial. Die Engeranerinnen und Engeraner dürfen entscheiden, wie der neue Treffpunkt heißen soll.
„Im Moment ist dieser Platz kaum nutzbar“, sagt Marko Ellerbrock, der als Ansprechpartner für die Innenstadtsanierung fungiert und die Idee zu dieser Aktion hatte. „Er ist zugewuchert, dunkel, wirkt wenig einladend. Das wird sich komplett ändern.“ Es sei ihm dabei wichtig, dass die BügerInnen sich mit dem neuen Platz zukünftig identifizieren werden.
Und das Konzept klingt vielversprechend: Ein Ort zum Verweilen, mit Sitzgelegenheiten, Staudenbeeten, Spielelementen – und viel Licht. Die einst versteckte Grünfläche wird einsehbar, offen und bunt gestaltet. Die alte Magnolie vor dem ehemaligen Zollamt soll dabei erhalten bleiben und noch besser zur Geltung kommen. Der neue Platz soll ein Treffpunkt für alle werden, ein Ort, an dem Kinder spielen, Nachbarn ins Gespräch kommen und vielleicht sogar kleine Veranstaltungen stattfinden können.
Ein Name, der verbindet
Ein Ort mit so viel Potenzial verdient auch eine eigene Identität – und hier kommen die Engeraner selbst ins Spiel. Ideen für die Namensgebung werden ab jetzt gesucht. „Wir machen bewusst keine thematischen Vorgaben“, betont Daniela Dembert vom Stadtmarketing. Historische Bezüge sind ebenso denkbar wie ein Name, der den Wandel des Ortes beschreibt oder an die künftige Nutzung anknüpft.
Besonders markant ist die Nähe des Platzes zur ehemaligen Synagoge, von der heute nichts mehr zu sehen ist. Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer des NS-Terrors. Ein Name, der dieses Kapitel der Stadtgeschichte aufgreift? Oder doch lieber eine Bezeichnung, die die Zukunft betont? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jetzt mitmachen!
Bis zum 31. Mai können Vorschläge per E-Mail (stadtmarketing@enger.de) oder postalisch eingereicht werden. Wer eine Idee einreicht, sollte auch eine kurze Begründung mitschicken – schließlich soll der Name nicht nur gut klingen, sondern auch eine Bedeutung haben. Eine Jury aus Bürgermeister, Ratsmitgliedern und Stadtplanern den Gewinnernamen aus. Die drei bestplatzierten Vorschläge werden mit einem 100 Euro Gutschein der Jever Deele, zwei Karten für die Widukind-Oper oder fünf Tageskarten für das Gartenhallenbad in Enger prämiert.

Ein Platz für die Zukunft
Nach dem Kirschblütenfest Ende April startet der Umbau, der etwa ein Jahr dauern wird – begleitet von bodenarchäologischen Untersuchungen. Voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 wird das neue Namensschild enthüllt – und damit der Startschuss für ein lebendiges Stück Innenstadt gegeben.
Also: Wie soll der neue Platz heißen? Enger entscheidet!
Von Jana Göb