
Während viele Kinder in der großen Pause über den Schulhof flitzen, sind sie im Einsatz. Sie schlichten Streit, hören zu, trösten und helfen, wenn jemand nicht weiterweiß. Die Energy-Kids der Grundschule Enger-Mitte sorgen dafür, dass der Schulhof ein Stück friedlicher wird – und das ganz freiwillig.
Seit mehr als 20 Jahren gibt es das besondere Streitschlichter-Projekt an der Schule. Gemeinsam mit dem Jugendzentrum Zebra werden die Kinder darauf vorbereitet, Verantwortung für andere zu übernehmen. Gewählt werden sie bereits in der dritten Klasse, bevor sie im vierten Schuljahr als Energy-Kids ihren Dienst antreten.
Zweimal in der Woche tauschen sie ihre große Pause gegen Hofdienst ein. Statt Fußball oder Fangen stehen dann Gespräche mit Mitschülern, die Spielzeugausleihe oder die Vermittlung bei kleineren Konflikten auf dem Programm. Rund 80 Minuten investieren die Kinder jede Woche in ihre Aufgabe – freiwillig.
Damit sie für schwierige Situationen gewappnet sind, trifft sich die Gruppe jeden Montag mit Lehrerin Anke Wessels zur Streitschlichter-AG. Dort wird besprochen, was auf dem Schulhof passiert ist. Gemeinsam überlegen die Kinder anhand von Rollenspielen, wie Konflikte gelöst werden können und wann es sinnvoll ist, einen Erwachsenen dazuzuholen.
Zum Ende des Schuljahres hieß es nun Abschied nehmen. Die bisherigen Energy-Kids gaben ihre Aufgabe an die kommenden Viertklässler weiter und wurden für ihren Einsatz mit einer Urkunde ausgezeichnet. Sie würdigt ihr Engagement für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander an der Schule.
Auch Bürgermeister Stefan Böske bedankte sich bei den Kindern. „Zivilcourage ist wichtig – und vielleicht nehmt ihr das auch mit auf euren weiteren Weg“, sagte er. Schulleiterin Eva Steuer zeigte sich stolz auf die jungen Streitschlichter und hofft, dass sie sich auch in Zukunft für andere Menschen einsetzen.
