Das „Haus der Kulturen“ auf dem Markt: Wie geht es weiter in der Innenstadt?

Cordula Schimke und Daniela Dembert veranstalten unter anderem auch jedes Jahr die Pflanzentauschbörse im HdK. (Foto: Stadt Enger)

Seit Jahren ist das Haus der Kulturen an der Brandstraße ein fester Bestandteil des Engeraner Stadtlebens. Hier treffen sich Menschen zum Deutschlernen, zum Reparieren kaputter Toaster im Repair Café oder zu Informationsabenden über Rente und Alltag in Deutschland. Nun steht ausgerechnet das Gebäude, in dem das Haus der Kulturen untergebracht ist, zum Verkauf – und damit auch die Frage im Raum: Wie geht es weiter?

Das Wohn- und Geschäftshaus wird derzeit online für rund 779.000 Euro angeboten. In der Anzeige ist von einer „werthaltigen Kapitalanlage in bester Innenstadtlage“ die Rede. Das Gebäude verfügt laut Exposé über mehrere Wohnungen und eine rund 223 Quadratmeter große Gewerbefläche im Erdgeschoss – genau dort befindet sich aktuell das Haus der Kulturen, für das laut Leiterin Cordula Schimke die Räume von der Stadt angemietet wurde.

Seit 2017 nutzt die Stadt Enger die untere Etage für das HdK. Leiterin Cordula Schimke sagt zur aktuellen Situation: „Wir wisse noch gar nicht wie es weiter geht. Alles ist noch offen.“ Zwar laufe die Arbeit im Haus der Kulturen normal weiter, doch wie ein möglicher neuer Eigentümer künftig mit der Immobilie umgeht, sei derzeit nicht absehbar. Denkbar wäre theoretisch auch Eigenbedarf oder eine andere Nutzung der Räume.

Dabei ist das Haus längst mehr als nur eine Anlaufstelle für Geflüchtete geworden. Viele Angebote richten sich an alle Interessierten. Gerade diese Mischung hat das HdK in den vergangenen Jahren zu einem Ort gemacht, an dem Begegnung eher nebenbei passiert – beim gemeinsamen Lernen, bei Veranstaltungen oder bei einer Tasse Kaffee.

Ob das Konzept an der Brandstraße bestehen bleibt, hängt nun auch davon ab, wer die Immobilie übernimmt. Sichere Alternativstandorte gibt es nach aktuellem Stand offenbar noch nicht. Klar ist nur: Für viele Menschen in Enger wäre ein Wegfall des Hauses der Kulturen mehr als nur ein Umzug in andere Räume.