Wo der Fußball Pause macht und die Kunst Anstoß hat

Ingeborg und Marie Hoffmann, Bärbel Schenatzki, Barbara Büscher, Martina Brüne, Willi Stüber, Céline Rosenberg und Lila Friedrich bereiten sich auf die Ausstellung vom Kunstraum 300 beim SV Enger-Westerenger vor. (Foto: Jana Göb)

Normalerweise riecht es hier nach Kaffee aus der Thermoskanne und ein bisschen nach Rasen. Am kommenden Wochenende aber nach Farbe, Papier und Ideen. Das Vereinsheim des SV Enger-Westerenger tauscht Spielplan gegen Ausstellung – und wird für zwei Tage zur Galerie.

Die Idee dazu kommt von Willi Stüber. Er gehört zum SV Enger-Westerenger, malt selbst regelmäßig im KUNSTRAUM 300 bei Martina Brüne und war irgendwann sicher: Was dort entsteht, darf nicht nur im Atelier bleiben. Es muss raus. Zu den Leuten. Also dahin, wo man es nicht unbedingt erwartet. Mitten in den Fußballverein.

Zum zweiten Mal findet dort nun die Gemeinschaftsausstellung des KUNSTRAUM 300 statt. Unter dem Motto „Rund und bunt – Kunst, Sport, Musik“ zeigen Kreative zwischen sechs und über 81 Jahren, was sie beschäftigt, bewegt und auf Papier oder Leinwand gebracht haben. Die Spannweite ist groß: feine Bleistiftzeichnungen, zarte Aquarelle, kräftige Acrylbilder, Kreidearbeiten – und ganz viele unterschiedliche Handschriften.

Wer am Samstag, 14. Februar, zwischen 14 und 18 Uhr oder am Sonntag, 15. Februar, zwischen 11 und 18 Uhr ins Vereinsheim an der Ringstraße 4 kommt, erlebt einen Ort, der sich für ein Wochenende komplett neu erfindet. Wo sonst über Abseits und Aufstellung diskutiert wird, hängen plötzlich Landschaften, Stillleben, Porträts, Blumen, Comic- und Manga-Motive und abstrakte Arbeiten an den Wänden.

Dass Kunst hier nicht nur still an der Wand hängt, zeigt auch das Rahmenprogramm. Am Sonntag sorgt Peter Wiecek von der CCR Revival Band für Musik im Sportlerheim. An beiden Tagen ist außerdem die 17-jährige Marie Hoffmann zu hören, die unter dem Künstlernamen Waylow eigene Songs und Covers am Piano spielt und dazu singt.

Und weil zu einem guten Kleinstadt-Wochenende mehr gehört als nur Gucken und Zuhören, gibt es auch ein kleines Buffet. Dort wird in einem Sparschwein für den Verein „Deutscher Kinderschutzbund – Gegen jede Gewalt“ gesammelt, der sich für Kinderrechte einsetzt. Schon bei der letzten Ausstellung kam so eine beachtliche Summe von 900 Euro zusammen.

Vielleicht ist genau das das Schönste an dieser Idee: Dass hier nicht nur Bilder gezeigt werden, sondern ein Ort kurz innehält, durchatmet und zeigt, wie gut Kunst, Musik und Vereinsleben zusammenpassen können. Anpfiff für die Farben ist am Wochenende.