Olan1983 schließt Ende Februar – wenn ein guter Gedanke an der Realität scheitert

Es sollte einer dieser Läden sein, die man nicht erklären muss. Reingehen, kurz bleiben, jemanden treffen, einkaufen. Ein Ort für den Alltag. Ende Februar schließt der Dorfladen Olan1983 in Lenzinghausen. Nicht, weil das Konzept nicht gedacht war. Sondern weil es unter den Umständen nicht überleben konnte.

„Der Laden hat vorher geboomt – es lief wie Sau“, sagt Inhaber Andreas Köppe. Drei Mal pro Woche holte er frisches Obst und Gemüse, morgens gab es belegte Brötchen und Teilchen, zwischendurch Gespräche, spontane Einkäufe, Nachbarschaft. Dann kam die Baustelle. Über rund drei Monate hinweg waren die Bielefelder Straße, die Herforder Straße und die Werther Straße immer wieder gesperrt. Halten, parken, kurz reinspringen – all das wurde schwierig bis unmöglich. „Die Baustelle war unser Todesschuss“, sagt Köppe. Viele Kundinnen und Kunden kamen nicht mehr. Und wer einmal weg ist, kommt oft nicht zurück.

Olan sollte kein klassischer Dorfladen sein. Er war gedacht als Mischung aus Nahversorgung, Treffpunkt und regionalem Knotenpunkt. Frisches Obst und Gemüse, Brötchen am Morgen, Dinge des täglichen Bedarfs, ergänzt durch Produkte aus der Umgebung – zusammengestellt nicht nach starren Vorgaben, sondern nach dem, was gebraucht wurde. Kunden sollten mitentscheiden, was ins Regal kommt. Gespräche sollten dazugehören. Olan sollte ein Ort sein, an dem Versorgung und Begegnung zusammenfinden – niedrigschwellig, persönlich, nah.

Doch Nähe funktioniert nur, wenn man sie erreichen kann. Mit den monatelangen Sperrungen brach genau das weg, wovon der Laden lebte: Laufkundschaft, kurze Wege, spontane Besuche.

Das Ladenlokal ist inzwischen in Teilen verkauft. Für Andreas Köppe bedeutet die Schließung auch einen beruflichen Schritt zurück: Er kehrt in seinen früheren Marketing-Job zurück. Wichtig ist Köppe noch eine Klarstellung: Der Laden ist noch geöffnet. „Leider wird schon erzählt, dass wir längst geschlossen haben“, sagt er. Tatsächlich läuft der Verkauf bis Ende Februar regulär weiter. Jeden Morgen gibt es weiterhin belegte Brötchen und Teilchen, der Laden bleibt geöffnet wie gewohnt.